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Ich muss lernen, Geduld zu haben
Josh Groban im Interview: Ich muss lernen, Geduld zu haben. Das komplette Interview kann man hier lesen.
„Ich muss lernen, Geduld zu haben“
US-Superstar Josh Groban über seine Karriere, seine neue CD „A Collection“, seine Zukunftsträume – und wie er am besten entspannt
Josh Groban ist erst 27 und seit knapp einem Jahrzehnt im Musikgeschäft – aber diese Jahre hatten es in sich. Der Kalifornier hat weltweit rund 25 Millionen CD’s und DVD’s verkauft. Zu den Superlativen seiner Karriere gehören u.a. der Auftritt bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Winterspiele von Salt Lake City, den 1,3 Milliarden Fernsehzuschauer miterlebten, ein Auftritt vor Papst Johannes Paul II. oder ein Treffen mit Nelson Mandela. Seine Songs konnte man in Filmen wie „A.I. (Artificial Intelligence)“ oder in „Der Polarexpress“ hören. Er sang Duette mit Barbra Streisand, Andrea Bocelli oder Celine Dion. Speziell für den europäischen Markt bringt der sympathische Lockenkopf nun die Doppel-CD „A Collection“ heraus.
1999 wurdest Du von David Foster entdeckt, inzwischen giltst Du vor allem in den USA als Superstar. Was hat sich für Dich persönlich am meisten geändert?
Ich glaube, ich bin immer noch derselbe, unkomplizierte Typ. Allerdings kann ich mir ein paar Dinge leisten, von denen ich früher nur träumen konnte. Es war eine unglaubliche Reise, die hinter mir liegt. Wir haben noch viel vor, speziell in Deutschland, aber ich bin sehr hoffnungsvoll. Ich werde weiter hart arbeiten und bin sehr stolz auf die CD „A Collection“.
Wie hast Du diese Doppel-CD konzipiert?
Diese CD ist für mich eine Möglichkeit, meine Lieblingssongs der letzten acht Jahre zusammen zu stellen. Sie ist – wenn man so will – eine Einführung in meine Musik, vor allem für diejenigen, die mich noch nicht so gut kennen. Es ist allerdings keine „Best Of“-CD, denn ich glaube, dass noch viele Jahre Arbeit vor mir liegen.
Du hättest die CD vielleicht auch „A Musical Journey“ nennen können, denn die ausgewählten Songs zeigen, wie sehr sich Dein musikalischer Horizont in den zurück liegenden Jahren erweitert hat…
Gar keine schlechte Idee, denn es war auf jeden Fall eine musikalische Reise –ausgehend von der ersten CD im Jahr 2003. Mein Ziel war und ist es, mit jeder neuen CD neue Horizonte zu erreichen und meine Fanbasis zu erweitern.
Wohin wird diese Reise – sagen wir – in den nächsten fünf Jahren gehen?
In den vergangenen Jahren konnte ich immer tiefer in die Popmusik einerseits und die traditionelle Musik andrerseits eindringen. Diesen Weg möchte ich gern fortsetzen, indem ich beide Musikstile noch weiter erforsche und die Extreme auslote, anstatt ein bisschen hier und ein bisschen dort zu tun. Mit den Erfahrungen, die ich sammeln konnte, bin ich selbstbewusster und mutiger geworden, um neue Experimente zu wagen.
Du hast schon mit vielen Künstlern zusammen gearbeitet, aber kürzlich gab es ein neues Highlight…
…das Duett mit Placido Domingo…
Genau. Wie war’s?
Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen Angst davor hatte und richtig nervös war. Ich fragte mich: Warum will er mit mir singen? Ich bin doch gar kein Operntenor? – Aber schließlich trafen wir uns im Studio und sangen eine wundervolles Duett für seine neue CD. Die Zusammenarbeit mit ihm war eine der größten Erlebnisse meines Lebens. Es war einfach unglaublich, mit ihm zusammen vor dem Mikro zu stehen.
Du interessierst Dich nicht nur für Klassik, sondern auch für Pop und Rock. Aber dass Linkin Park oder sogar das Afro Celt Sound System zu Deinen Favoriten gehören, ist schon überraschend...
Das hat natürlich viel mit meiner Liebe zu keltischer Musik zu tun. Ich liebe keltische und afrikanische Musik und ich mag auch Electronics. Und diese drei Sachen kombinieren sie brillant. Sie benutzen afrikanische ‘Talking Drums‘, afrikanischen Gesang, ‘Eilean Pipes‘ (irische Flöten) und wirklich aufregende Beats.
Eines der Highlights der CD „A Collection“ ist die Live-Aufnahme des „Anthem“ aus dem Musical „Chess“ der ABBA-Masterminds Björn Ulvaeus und Benny Anderson. Hast Du auch den Film „Mamma Mia!“ mit Meryl Streep gesehen?
Oh ja, der ist echt lustig. Erstmal kann niemand die Brillanz der ABBA-Songs verneinen und andrerseits sind die Darsteller so gut, dass es einfach Spaß macht, den Film zu sehen.
Du hast ein paar Schauspielerfahrungen, u.a. in der TV-Serie „Ally McBeal“, gesammelt. Würdest Du Dich auf diesem Gebiet auch weiter ausprobieren?
Sehr gern. Wenn es ein Angebot für einen Film wie „Mamma Mia!“ geben würde, bräuchte man mich nicht zweimal bitten. Übrigens habe ich vor ein paar Tagen den Regisseur David E. Kelley nach Jahren wieder einmal getroffen. Mal sehen.
Die letzten Monate waren sehr ereignisreich in Deiner Heimat. Du hast Dich mit vielen anderen Künstlern in der Initiative „Rock The Vote“ engagiert. Warum ist das für Dich so wichtig?
Weil wir vor allem junge Menschen überzeugen wollten, wählen zu gehen. In den vergangenen Jahren haben sich viele Menschen von der Regierung im Stich gelassen gefühlt. Viele junge Leute waren desillusioniert. Wir haben versucht, ihnen klar zu machen, dass es nur dann eine Chance auf Veränderung gibt, wenn wir die Chance zu wählen wahrnehmen.
Du hast sehr viel erreicht und erlebt – nicht zuletzt durch harte Arbeit und Dein Talent. Gibt es auch Dinge, wo Du nicht so gut bist?
Worin bin ich nicht gut? Geduld! (lacht) Ich bin sehr ungeduldig, mache mir ständig einen Kopf. Ich bin immer sehr angespannt. Mein Manager sagt andauernd: ‘Ich ruf dir jetzt einen Masseur.‘ – ‘Nein, ich will jetzt aber keine Massage! Ich will proben. Ich will das tun, das lernen!‘ – ‘Verdammt nochmal, du bekommst jetzt eine Massage!‘ – ‘Na, okay, dann eben ‘ne Massage.‘ –Ich muss lernen zu entspannen. (lacht)
Wie entspannst Du Dich am besten?
Ich spiele gern Computerspiele, gehe ins Kino, lese viel oder bin mit meinen Freunden zusammen. Ich habe sehr enge Freunde, und für die bin ich einfach Josh, nicht der Star. Außerdem spiele ich gern Schlagzeug. Dabei kann ich gut abschalten. Ich spiele zwei, drei Stunden – solange, bis ich völlig durchgeschwitzt bin. Dann gehe ich unter die Dusche – und alles ist wieder gut.
Das hat ja auch mit Musik zu tun!
Stimmt, ich kann’s wohl nicht lassen. (lacht)